00:00:05: Fünf Jahre lang hat es einfach nicht geklappt.
00:00:09: Es sind Übergangsmodelle eingeführt worden, diese Übergangsmodelle sind dann irgendwann zum gelebten Standard geworden.
00:00:15: und dieser gelebte Standard hat natürlich auch wieder irgendwelche Individualprozesse ausgetrieben die am Ende des Tages von Betreiber zu Netzbetreiber und Direktvermarkter zu Direkt-Vermarkter unterschiedlich sind.
00:00:36: permanent abgeregelt wird, dann ist das ja überhaupt nicht der Zweck für den man die Anlage ursprünglich mal errichtet hat.
00:00:46: Die Fünfzig-KW-Anlage auf dem Dach einer Bäckerei, die entgangene Einspeisung, die interessiert ihn nur am Rande sondern die Leiden wirklich unter dem nicht stattgefundenen Eigenverbrauch weil die An Lage eben am Wechselrichter abgeregt wird.
00:01:05: Wenn man das Thema Direktvermarktung für Kleinarlagen einführt, dann sollte man in diesem Zuge auch gleich diesen Redispatch-Kommunikationsabrechnungs- und Entschädigungsprozess versuchen mit zu vereinheitlichen.
00:01:18: Und zwar nicht nur je Netzbetreiber zu Vereinheitlichen sondern bundesweit zu vereinheitlichen.
00:01:27: Das Thema Redispatched vorbehalt ist ja im Moment der zentrale Knackpunkt des Netzpakets.
00:01:35: Es wird auf jeden Fall erst mal ein Schock für die Branche sein, der eine Adaptionsphase benötigen wird.
00:01:43: Guten Tag und herzlich Willkommen zum PV Magazine Podcast!
00:01:46: Ich bin Cornelia Lichner, Redakteurin bei PV Magazine.
00:01:50: Als Betreiber einer privaten Photovoltaikanlage haben sie vielleicht schonmal von Rie Dispatch gehört aber vermutlich noch keine Erfahrung damit gemacht.
00:01:58: Es waren bisher eher größere Anlagen, Wind oder Solarparks die abgeschaltet wurden wenn es im Stromnetz zu voll wurde.
00:02:06: Aber bevor Sie jetzt weiter schalten, Redispatch wird auch für kleinere Anlage immer relevanter.
00:02:12: Im Prinzip kann jede Anlage einbezogen werden wie fernsteuerbar ist und das sollen künftig alle sein die eine Leistung über zwei Kilowatt haben.
00:02:21: Außerdem sollen nach den Plänen der Wirtschaftsministerin Katharina Reiche künftig kapazitätslimitierte Gebiete ausgewiesen werden und in diesen Gebieten werden die Entschädigungen für Riedespatchmaßnahmen stark eingeschränkt.
00:02:34: Und das kann auch jeden Treffen, der künftige in diesen Gebieten noch Fotoalteiganlagen baut!
00:02:40: Deshalb wollen wir heute über Riedespatch sprechen.
00:02:42: Wer ist betroffen?
00:02:44: Wie erhält man eine Entschädigung, wie lässt sich Riedispatch vielleicht auch vermeiden und wie könnte sich der geplante Riedespatch-Vorbehalt auswirken?
00:02:52: Für das Gespräch habe ich mir zwei Gäste eingeladen – Jochen Siemer aus unserer PV Magazine Redaktion und Matthias Kager.
00:02:59: Er isst Geschäftsführer von Node Energy, dass er in dem Jahr.
00:03:04: Das Unternehmen hat heute mehr als neunzig Mitarbeiter und unterstützt Anlagenbetreiber bei der kaufmännischen Betriebsführung.
00:03:12: Hallo Matthias, herzlich willkommen im Podcast!
00:03:32: Ja, sehr gerne.
00:03:33: Kaufmännische Betriebsführung ist in der Tat ein Begriff, der auch noch gar nicht so geläufig in der Branche ist.
00:03:40: Wir haben das Unternehmen vor zehn Jahren gegründet weil wir damals schon gesehen haben dass der Siegelszug und der Ausbau der erneuerbaren Energien natürlich irgendwann auch einen Ausmaß annehmen wird, wo staatliche Fördermechanismen sich automatisch zurückziehen müssen um nicht in ein planwirtschaftliches System eben zu münden.
00:04:05: Und immer dann wenn eine Windkraftanlage oder eine PV-Anlage sich den Marktmechanismus hinwenden muss weil der gesetzliche Rahmen sich inzwischen halt eben deutlich weiterentwickelt hat kommt das kaufmenschige Betriebsthema stark ins Gewicht.
00:04:22: In der Vergangenheit ist es oftmals so gewesen, dass für jede Kilowattstunde die man erzeugt diese auch eingespeist werden durfte und für die eingespeiste Menge eine feste Vergütung sei es eine Einspeisevergütung oder ein anzulegener Wert eben auch sicher vereinnahmt werden konnte.
00:04:40: Das ist in den letzten Jahren deutlich anders geworden, die Erlösseite ist nicht mehr so gut planbar wie sie früher war.
00:04:47: Sie ist viel unübersichtlicher geworden weil auch die Direktvermarktungsverträge und Modelle viel komplizierter geworden sind.
00:04:55: Und das ist der Grund warum die kaufmännische Betriebsführung inzwischen im erfolgreichen Betrieb von Wind- und PV Anlagen fast ebenbürtigen Stellenwert neben der technischen Betriebsführung einnimmt.
00:05:07: Und wenn man das in Zukunft eben auch noch profitabel betreiben möchte, das Geschäft Wind und PV anlagen zu betreiben ist eine Professionalisierung der Kaufmännischen Betriebsführung unumgänglich und dafür sind wir als Node-Energie da.
00:05:21: Wir helfen den Anlagenbetreibern, die kaufmännische Betriebesführungen in einem immer komplizierter und dynamischer werdenden Marktumfeld erfolgreich zu bewerkstelligen.
00:05:31: Und Teil dieser Komplexität ist in den letzten Jahren eben auch dadurch entstanden dass das Thema Redispatch die Bühne betreten hat In diesem Teilaspekt beeinflusst und viele Wechselwirkungen hat soll es ja heute geben gehen.
00:05:47: Und deshalb ist Redispatch eigentlich ein Unterthema der Kaufmenschenbetriebsführung aus unserer Perspektive jedenfalls.
00:05:55: Okay, super.
00:05:56: Vielen Dank!
00:05:57: Jetzt noch zu dir Jochen.
00:05:58: Willkommen zurück im Podcast?
00:06:00: Ja, in die kleine Runde und an alle, die zuhören.
00:06:04: Du bist ja Senior-Editor, viel mehr gesehen und du warst verantwortlich für unseren Schwerpunkt in der Uni Ausgabe Zukunftsfrage Redispitch.
00:06:13: Sagst du uns noch mal, welche Themen man dort vielleicht auch über den heutigen Podcast hinaus nachlesen kann?
00:06:19: Wir haben versucht, uns zu konzentrieren auf Redis Patch für kleinere.
00:06:27: Kleinere heißt hier kleinere Pferdentagen ab circa zwanzig dreißig KW also typischerweise im Gewerbe und Industrie aber wie Du gerade eben schon gesagt hast diese Grenze ist fließend künftig eben auch letzten Endes fast alle neuen Anlagen betreffen und wir haben uns dabei fokussiert auf die Konsequenzen, die der Redis Patch für Photovoltaik-Anlagen mit Eigenverbrauch und angeschlossenen Batteriespeicher hat.
00:07:04: Denn man könnte fast sagen zumindest im Moment ist diese Abregelung Eigenverbrauchs, die dadurch erfolgt für Photovoltaik fast noch jedenfalls für Gewerbefotovoltaikanlagen.
00:07:18: Fast noch bedeutsamer als der eigentliche Redis Patch weil ihn dadurch oft viel mehr verloren geht an Erlösen und wir haben versucht so einen Überblick zu geben was man da beachten muss und das hat sich ja ziemlich schwierig rausgestellt denn die Situation ist sehr unterschiedlich je nach Netzbetreiber, je nach Netzgebiet.
00:07:42: Wir haben ein paar Ideen um Konzepte dargestellt wie man es vielleicht besser handhaben könnte als es im Moment gemacht wird.
00:07:50: Da gibt's Ideenvorschläge durchaus auch von Verteilnetzbetriebern Betreibern.
00:07:57: Ein Beispiel ist das sogenannte Garten Sound Prinzip dass die Eiernwerke immer vorgestellt haben.
00:08:05: wir haben einen Fachbeitrag der Rechtsanwältin Christina Benning-Huber zu den gesetzlichen Grundlagen, der Abregelung von Photovoltaikanlagen eben auch Abregelungen aus Redispatch gründen.
00:08:21: Wir haben auch ein Interview mit Matthias zum Redispatched und Direktvermarktung und abschließen noch so ein paar Praxistips was man eigentlich machen kann im Zusammenhang mit Redispatcher als Anlagenbetreiber.
00:08:37: Ich sage mal vorab, die beiden Wichtigsten immer beim Verteilenetzbetreiber nachfragen ob sich vielleicht auch eine Lösung findet bei der diese Abregelung nicht am Wechselrichter erfolgt sondern wirklich nur die Einspeisungen abgeregelt wird.
00:08:53: Das ist nach Energiewirtschaftsgesetz eigentlich so nicht vorgesehen.
00:08:57: es gibt aber Verteilnetzbetreber, die das trotzdem machen haben sie uns jedenfalls mitgeteilt.
00:09:04: und der zweite wichtige Tipp Eigenverbrauch immer anmelden.
00:09:08: Das wären so meine zwei Kernthemen, ich weiß nicht Matthias ob das auch aus deiner Sicht korrekt ist oder ob du das noch ergänzen würdest?
00:09:17: Nee, ich denke das sind gute Tipps.
00:09:21: Ich muss sagen für unsere Anlagenbetreiber, für unsere Kunden ist das Thema natürlich schon ein bisschen präsenter weil sie in der Regel deutlich größere Anlagen betreiben und ich denke die Lernkurve, die unsere Kunden in den letzten Jahren gemeinsam mit uns dadurch schritten haben.
00:09:39: sollten die Betreiber von kleinen und kleinsten Anlagen nicht selbst auch noch mal in dem Maße durchschreiten müssen, das nämlich durchaus ein einigermaßen schmerzhafter und komplizierter Prozess gewesen.
00:09:49: Und deshalb versuche ich einfach jetzt heute aus den Lernerfahrungen der vergangenen Jahre möglichst viele Learnings für kleine und kleinste Anlagenbetreiber mitzubringen so dass man da ja einfach von den Erfahrungen der letzten Jahre sich etwas abgucken kann.
00:10:09: Thema, also auch für uns und unsere Kunden sind die jetzt anstehenden Veränderungen im EEG.
00:10:15: Auch wie in dem Netzpaket wieder neue Herausforderungen.
00:10:18: Und da kämpfen wir um Grunde genommen Zeit an Zeit das gemeinsam zu durchdringen und aufzulösen.
00:10:26: Wunderbar, Sie merken schon unsere beiden Experten sind heiß darauf ins Thema einzusteigen und schon gleich auch ziemlich tief reingesprungen.
00:10:33: Wir werden das noch ein bisschen aufdröseln.
00:10:37: Ein kurzer Hinweis noch vorab Node Energy ist Initiativpartner des heutigen Podcasts.
00:10:51: Mit der Software- und Datenplattform Optinode lassen sich Energiedatenbündeln, Verwaltungs- und Vermarktungsprozesse digital abbilden.
00:11:00: Sie hilft bei der zeitsparenden und rechtssicheren Erfüllung von Betreiberpflichten wie der Umsetzung der Stromsteuer bzw.
00:11:07: der kommunalen Beteiligung, bei der Prüfung der Vermarkтung sowie perspektivisch beim Management ihrer Flexibilitäten.
00:11:16: Nach Angaben des Unternehmens vertrauen insgesamt über tausend Kunden auf die Software, darunter mehr als tausende Betreibergesellschaften in Wind- und Solarparks bzw.
00:11:25: Betreber von Photovoltaikdachanlagen mit über vierhundertfünfzig Megawattpeak installierter Leistung.
00:11:32: Weitere Informationen zu schwarzen Zahlen mit grünem Strom finden Sie unter notepunktenergy.
00:11:48: Jochen, ich würde dich bitten, gibst du einfach für alle die sich noch neu mit dem Thema Redis Patch beschäftigen?
00:11:54: Eine kurze Definition.
00:11:55: Was ist das überhaupt?
00:11:57: Vielleicht was unterscheidet auch Redis patch von anderen Abreglungsmaßnahmen?
00:12:03: Kurz heißt wahrscheinlich weniger als dreißig Minuten.
00:12:09: Ich glaube Redis Petal kann man am besten übersetzen umdyspronieren.
00:12:15: also wenn Netzbetreiber den ursprünglichen Plan, den sie haben für Stromlieferung und Abnahmen.
00:12:22: Für einen bestimmten Zeitraum kurzfristig wieder ändern müssen.
00:12:26: Dann müssen Sie umdisponieren.
00:12:29: Und das heißt, wesentlichen werden an einer Stelle im Netz ein Engpass drohen und damit die Überlastung von Leitungsabschnitten.
00:12:39: dann werden Kraftwerke diesseits des Engpasses angewiesen ihre Einspeisungen zu drosseln oder eben, sie werden auch automatisch gedrosselt wenn die Netzbetreiber Zugriff darauf haben und jenseits vom Engpass müssen andere ihre Einspeiseleistung erhöhen.
00:13:00: Das war schon immer notwendig nur zog sich das früher, früher heißt bis Oktober Zehn megawatt oder mehr Leistung.
00:13:16: Seit Oktober, zwei tausend einundzwanzig müssen praktisch alle mitmachen die hundert Kilowatt oder Mehrleistungen haben und wie du Cornelia gerade schon gesagt hast wenn sie technisch so ausgerüstet sind dass Sie vom Netzbetreiber regelbar sind dann letzten Endes alle über zwei KW Und das heißt natürlich der Umfang und die Anzahl der Redispatch-Maßnahmen, also allererst immer aus diesem Grund enorm zugenommen hat.
00:13:49: Es ist aber auf jeden Fall nicht zu verwechseln mit der Regelung von Anlagen, die zum Beispiel direkt vom Markt auf vornimmt in Zeiten negativer Stromkreise und auch nicht mit der Regelung nach Paragraph XIVA.
00:14:04: Energiewirtschaftsgesetze sagt wahrscheinlich den meisten was, Einspeisung und Leistungsaufnahme von PV-Anlagen, Wärmepumpen, Warlboxen, Batteriespeichern bezieht.
00:14:21: Das ist so
00:14:22: ganz grob!
00:14:24: Das heißt also als Anlagenbetreiber kann ich nicht einfach auf mein Monitoring schauen und sagen okay hier ist was abkriegelt worden das war jetzt Redispatch sondern es kann auch noch viele andere Gründe haben.
00:14:35: Wie viel Leistung weiß man dass ist eigentlich von Redispatched betroffen?
00:14:38: Und wie stark ist Photovoltaik betroffen?
00:14:41: Ich will jetzt nicht aus dem Gedächtnis von falschen Zahlen streuen, aber es waren soweit ich weiß, zwei tausend und zwanzig circa dreißig Terawattstunden.
00:14:54: Nicht Leistung sondern Ertrag die vom Redispatch betroffen wurden.
00:15:01: Und
00:15:01: davon gab es so.
00:15:06: ca.
00:15:06: Sechzig Prozent davon waren erneuerbare Energienanlagen.
00:15:13: Das klingt jetzt erstmal wenig.
00:15:15: Das waren meines Wissens, zwei Komma sieben Terawattstunden.
00:15:19: Dazu muss man allerdings schon im Hinterkopf behalten dass es sehr stark zugenommen hat.
00:15:23: Zwei tausend vierundzwanzig warns eins Komma Vier terawatt stunden also von zweitausend Viertausend bis Zweitausendsfünfundzwundzig hatten wir eine Zunahme um neunzig Prozent.
00:15:35: Er sieht allerdings nach aktuellen Zahlen nicht so aus, als würde sich dieser Zuwachs im Jahr auch wiederholen.
00:15:44: Sondern da sieht es eher so aus als würde es auf gleichem vielleicht sogar etwas geringerem Niveau bleiben.
00:15:50: Wie seht ihr das Matthias?
00:15:52: Ja also ich würde auch vielleicht nochmal ganz kurz zum Grund warum's das überhaupt gibt irgendwie ein paar Takte sagen wollen.
00:16:00: wir tun in Deutschland ja so als gäbe es keine Netzenkpässe wenn wir Strom handeln.
00:16:04: Also an der Börse kann man Strom kaufen und verkaufen, ganz egal ob man in Norddeutschland oder Süddeutschen sitzt.
00:16:11: Und aufgrund dieser Simulation einer Kupferplatte im Stromhandel müssen dann am Ende die Netzbetreiber dafür sorgen dass der Strom auch irgendwie tatsächlich von Anbieter zu Nachfrager von Erzeugern zum Verbraucher kommt.
00:16:29: Und da wir aber in der Realität sehr wohl Netzengpässe haben und der Strom nicht zu jeder Zeit von Norden nach Süden oder von Osten nach Westen fließen kann, sind genau die von Jochen gerade eben beschriebenen Maßnahmen erforderlich.
00:16:43: Das heißt wenn in Northertschland ganz viel Wind weht und der Verbrauch in Süddeutschlands stattfindet dann kann nicht jede Kilowattstunde auch über die vorhandenen Leitungsrassen dahintransportiert werden.
00:16:55: damit der Käufer nördlichen Windstrom eingekauft hat, am Ende aber trotzdem sein Strom bekommt müssen dann halt eben in Norddeutschland erstmal die Windräder zum Beispiel runter geregelt werden und im Süddeutschen Land dafür alternative Kraftwerke meist steuerbare Kraftwerker hochgefahren werden.
00:17:13: Und dieses Phänomen ist eines was quasi schon lange existiert und lange bekannt ist.
00:17:22: Teilnehmer an diesem Mechanismus sind früher halt eben Großkraftwerke gewesen.
00:17:27: Es ist auch meistens auf Hoch- und Höchstspannungsebene, also im Übertragungsnetz passiert das diese hoch-und runterfahr Maßnahmen umgesetzt wurden.
00:17:38: Und dass hat sich in den letzten Jahren eben auch durch den massiven Zuwachs von erneuerbaren Energien deutlich verändert.
00:17:44: und die Netzbetreiber sind an vielen Stellen mit dem Ausbau der Neuerbahn da nicht mitgekommen.
00:17:50: Sie wussten zwar, dass das zu tun ist aber de facto sind an vielen Stellen insbesondere auf den mittleren und unteren Spannungsebenen die Netzausbau-Maßnahmen nicht in dem Maße vorangeschritten wie man es sich vorgestellt hat.
00:18:05: Auf Übertragungsnetzebene sieht man so langsam das erste Anstrengungen Früchte tragen Und auf Hochspannung sebene frühere Netzengpässe heute nicht mehr so kritisch sind.
00:18:17: Aber weil viele Vor der Voltaikanlagen beispielsweise hat an der Mittelspannungsebene, auch Verteilenebene angeschlossen sind.
00:18:24: Sind die Maßnahmen auf diesen Ebenen in den letzten Jahren eben auch deutlich mehr geworden.
00:18:29: und weil es umgekehrt eben auch Verteilenebene nicht viele Großkraftwerke gibt oder keine Großkraft Werke gibt sieht man das eben auch im Zuwachs der betroffenen PV Anlagen, weil dort halt eben die neuen Engpässe entstanden sind.
00:18:46: Und was auch noch mit rein spielt, das ist ja ein wahnsinnig komplexer Prozess der auch viel Abstimmung und Koordination erfordert.
00:18:55: Wir haben in Deutschland achthundert Verteilnetzbetreiber oder ein paar mehr sogar Und viele dieser Netzbetreiber sind in den letzten Jahren auch einfach noch Technischprozesswahl überhaupt nicht in der Lage gewesen, die Anforderungen des Redis Patches wirklich umzusetzen.
00:19:10: Da hat jetzt aber auch ein Reifungsprozess eben stattgefunden und das schlägt sich ebenfalls auf die Art nieder, dass Netzbettreiber, die vor zwei drei Jahren rein technisch noch gar nicht in erlage waren, die Redispatch-Maßnahmen umzusetzten.
00:19:24: Das können und deshalb auch die Anlagen, die dort am Netz eng pass sitzen stärker gesteuert werden als es noch früher
00:19:31: der Fall war.
00:19:33: Okay aber im Rennen um nochmal sozusagen über die Worte zu sprechen also Redis Patch ist jetzt nicht... Also Redis-Patch umfasst alles sowohl sozusagen die Abregelung von erneuerbaren Anlagen als auch die Hochregelungen von Steuerbahnenanlagen also von fossilen Anlagen.
00:19:49: häufig ja aber Wenn wir über Abregelung reden, reden wir in der Regel schon über die Abreglung von erneuerbaren Anlagen.
00:19:58: Oder gibt es auch Abreglungen für einen Kohlekraftwerk?
00:20:05: Gibt das aber nicht im Umfang.
00:20:08: Also logischerweise sind erneuerebare Energienanlagen, die kann man abregeln und man kann sie nur ganz schlecht hoch regeln.
00:20:17: also da gibt es Ansätze ist natürlich logischerweise ein kleiner Umfang.
00:20:24: Es sind im Redis Patch durchaus auch Pumpspeicherkraftwerke, zum Beispiel spielen traditionell eine Rolle.
00:20:31: die können.
00:20:31: praktischerweise wenn sie in richtigen Status sind können wir auch schnell Leistung aufnehmen.
00:20:37: das muss ja im so genannten negativen Redis patch Leistung abgeriegelt werden und positiven Redis-Patch müssen Kraftwerke hochgefahren werden.
00:20:49: Das machen, wenn ich das richtig sehe derzeit vor allem zu einem großen Anteil fossile Kraftwerken Gaskraftwerke bei denen geht es schnell.
00:21:00: aber also das Problem dass die unteren Netzebene die verteilen netz eben einfach nicht rechtzeitig ausgebaut wurde modernisiert wurde auch sagen lassen, da wir zum Beispiel viel zu wenig digitale Ortsnetstrafos haben wissen viele Netzbetreiber auch gar nicht so richtig was ist denn da eigentlich los in meinem Verteilnetz.
00:21:26: Das hat zugenommen.
00:21:27: meiner soweit ich weiß hatten wir oder gab es Engpass von Urwachung auf Verteilnetzebene, ... ... war schon... ... und was nicht?
00:21:48: korrigiere ich mich dann bei Tiers?
00:21:49: Ich glaube in früheren Jahren fand Redis Patch praktisch eher oder weniger ausschließlich auch Übertragungsnetzebenen statt.
00:21:58: Ja, nee das ist schon so!
00:22:00: Also Redispatch ist energiemengemäßig Nullsummenspiel.
00:22:04: Das, was an der einen Stelle abgeregelt wird, wird an einer anderen Stelle wieder hochgefahren.
00:22:08: Das sind deutliche Unterschiede zu einer Abregelung die ein Direktvermarkter macht wenn zum Beispiel die Börsenpreise negativ sind.
00:22:14: da wird runter geregelt aber eine andere Stelle nicht hoch gereglt.
00:22:18: Die Preise sind halt eben gerade deshalb negativ weil die Nachfrage entsprechend nicht vorhanden ist oder die Nachfrage nicht auf die negativen Preise reagieren kann.
00:22:26: SmartMeter, Nachfrage, Flexibilität – etwas anderes Thema!
00:22:31: Die Abriegelung findet in der Tat in zunehmender Maße auf der Erneuerbaren-Seite statt.
00:22:37: Es ist aber keine aktive schlechter Stellung, die man in diesem Prozess beobachten kann.
00:22:42: Das Gegenteil ist eigentlich sogar gesetzlich verankert.
00:22:46: Die Abreglung von erneuerbarer Anlagen ist in der Reihenfolge wenn man so möchte deutlich der Abregelung der konventionellen Energieträger oder Kraftwerke nachgelagert.
00:23:00: Es gibt so ein Faktor, der beträgt zehn.
00:23:04: Das muss quasi zehnmal günstiger sein eine Wind- oder PV-Kraftanlage abzuregeln als eine konventionelle Anlage um dann auch tatsächlich die erneuerbaren Anlagen unterregeln zu dürfen.
00:23:21: wird nicht auf Einzelfallebene immer nachgeprüft, aber das ist eine Richtschuhe an der sich die Netzbetreiber orientieren müssen.
00:23:29: Allerdings muss man sich jetzt nur mal die praktische Situation vorstellen.
00:23:32: wir haben einen sehr sonnigen Tag in Bayern.
00:23:35: Die Photovoltaikanlagen produzieren sehr viel Strom In der Region.
00:23:41: Das sind jetzt eigentlich nicht die Zeiten in denen ein Gaskraftwerk voll Strom erzeugt sondern die sind dann häufig schon auf einer Mindestlast reduziert erfüllen nur noch irgendwelche Wärmelieferungspflichten und können deshalb nicht noch weiter runtergefahren werden.
00:23:59: Deshalb ist es in dieser Situation dann einfach nahe liegend, dass die erneuerbaren Anlagen genutzt werden um den negativen Redispatch also das Herunterregeln auch zu übernehmen Und nicht die konventionellen, die zum Teil eben dann schon gar nicht mehr am Letzt sind bzw.
00:24:17: Nicht erzeugen weil eben genügend günstige Erneuerbaren Strom da ist und sie eh schon auf einer Mindestlast betrieben werden und nicht weiter runter
00:24:25: geregelt werden können.
00:24:27: Nehmen wir dein Beispiel mal und besprechen mal was passiert beim Redis Patch eigentlich genau.
00:24:32: also wenn wir jetzt beispielsweise den Fall haben in Bayern erzeugten die Solaranlagen sehr viel Strom Aber im Norden ist auch trotzdem Nachfrage da.
00:24:41: Also wir sind jetzt nicht im preisnegativen Bereich, aber die Netzkapazitäten reichen nicht um den Strom zu transportieren.
00:24:49: Was passiert dann im Einzelnen damit eine Anlage abgeriegelt wird?
00:24:56: Die Netzbetreiber machen eine Engpassberechnung.
00:24:58: das ist ein kontinuierlicher Prozess basierend auf Einspeiseprognosen auf Erzeugungsfahrpläne die vorliegen.
00:25:06: überlegen Sie sich an welchen Stellen es zu einer Betriebsmittelüberlastung kommen würde, wenn nicht runter geregelt wird.
00:25:13: Und dann sind sie angehalten die entsprechende Leistungsreduktionen an den möglichst günstigen Stellen eben vorzunehmen und der Netzbetreiber informiert dann einmal den Bilanzkreisverantwortlichen das ist bei den Anlagen über hundert Kilowatt eben der Direktvermarkter und schickt gleichzeitig ein Steuersignal raus, welches für einen bestimmten Zeitraum die Anlage dann eben herunter regelt.
00:25:45: Das ist zwar in der Theorie stufenweise möglich aber in der Praxis es sehr häufig eine recht binäre Angelegenheit.
00:25:52: Die Anlage wird ausgeschaltet.
00:25:56: Das ist etwas, was quasi als Informationsfluss zwischen dem Netzbetreiber und dem sogenannten Einsatzverantwortlichen stattfindet.
00:26:04: Dieser Einsatz verantwortlich ist eben in der Regel der Bilanzkreis-Verantwortliche also der Direktvermarkter Der Anlagenbetreber, der jetzt zum Beispiel eine Monitoring Vorrichtung hat um die Wechselrichterleistungen über das Mobiltelefon oder über ein Computer quasi abzurufen.
00:26:26: Wer jetzt die Anlage regelt?
00:26:28: Das wird dann quasi im Nachhinein aufgedeckt durch die Marktkommunikation, die zwischen Netzbetreiber und Direktvermarkter abgelaufen ist.
00:26:36: Und man kann sich es natürlich über bestimmte andere Datenpunkte herleiten wie du schon gesagt hast in dem Beispiel von gerade eben wer der Börsenpreis nicht negativ da gibt's schon mal überhaupt keinen Grund warum Direkt-Vermarkter die Anlagen abschalten.
00:26:50: sollte offensichtlich von extern gesteuert abgeschalten wird, dann wird es in aller Regel eine Redis Patch-Maßnahme des Netzbetreibers
00:27:01: sein.
00:27:03: Und die Entscheidung welche Anlage abgeschaltet wird?
00:27:06: Die trifft der Netzbetreiber!
00:27:09: Die trifft der Netzbetreiber, genau.
00:27:12: Er hat wie gesagt da die Maßgabe kosteneffizient vorzugehen und die erneuerbaren sind halt eben durch diesen Gewichtungsfaktor von zehn den ich vorher nannte eigentlich eher in der Rangfolge weiter hinten als konventionelle Kraftwerke.
00:27:31: aber es geht natürlich auch um die Position zum Netzengpass.
00:27:34: also wenn ich irgendwo Ganz nah an einem erwarteten Netzengpass eine Photovoltaikanlage habe, die ich runter regeln kann.
00:27:42: Dann ist das wahrscheinlich auch sinnvoller als wenn ich sehr weit entfernt ein konventionelles Kraftwerk unterregeln kann.
00:27:48: Das sind quasi Faktoren, die damit rein spielen.
00:27:51: Es aber nicht nur diese Preis und Standortüberlegung, die in der Rolle spielen.
00:27:57: Sondern es sind auch verfügbarkeitsmeldungen, die hier eine Rolle spielen.
00:28:01: gerade das von euch im Intro auch angesprochene Thema mit Eigenverbrauch ist hier wichtig.
00:28:07: wenn eine Anlage dazu genutzt wird um vor der Einspeisung beispielsweise den Eigenbedarf zu denken dann kann man das gegenüber dem Netzbetreiber anzeigen Und man sollte es auch anzeigen, wenn man vermeiden möchte geregelt zu werden.
00:28:25: Umgekehrt muss man aber auch sagen nicht immer, wenn das angezeigt wird heißt es auch dass der Netzbetreiber diese Informationen berücksichtigt.
00:28:32: Manchmal wird es vielleicht bewusst ignoriert Aber ich glaube in ganz vielen Fällen ist es auch schlicht und ergreifend wieder dieses Prozess- und Koordinationsthema Dass die Information gut genug verarbeitet wird und deshalb halt eben eine Anlage abgeriegelt wird, die eigentlich zur Eigenbedarfsdeckung nicht abgerigelt werden sollte.
00:28:53: Aber es gibt jetzt keine Fairness dahingehend dass man sagt also diese Anlage habe ich schon fünf mal abgeschaltet das muss man andere abschalten?
00:29:02: Ja soweit ich weiß nicht... Also ich kenne eine Statistik aus dem Netzgebiet von Bayernwerk da wurden im Jahr.
00:29:28: Das sind aber nur fünf, ne das sind Null Komma sieben Prozent wenn ich richtig gerechnet habe der dort in diesem Netzgebiet installierten Leistung.
00:29:36: was heißt also?
00:29:37: daran kann man schon sehen dass es ja nicht sehr kleiner Teil der Photovoltaikanlagen, die da immer wieder geregelt wurden.
00:29:45: Aber wir haben schon Kunden, die massiv darunter leiden.
00:29:49: also wenn eine Anlage permanent abgeregelt wird dann ist das ja überhaupt nicht der Zweck für den man die Anlage ursprünglich mal errichtet hat und die Entschädigungszahlung in diesem Fall anfallen Die sind halt eben auch leider Gottes nicht gleichzusetzen, mit dem was ursprünglich mal als Einspeisevergütung oder anzulegen der Wert einkalkuliert war.
00:30:21: Und da gibt es zwar auch eigentlich eine verhältnismäßig eindeutige Rechtslage dass man nämlich eigentlich nicht schlechter gestellt werden darf wie wenn die Einspeisungen stattgefunden hat aber die Praxis spricht eine andere Sprache.
00:30:35: De facto kommt bei den Anlagenbetreibern, die regelmäßig von Redispatch betroffen sind weniger an als wenn sie eingespeist hätten und das Beschreiten des Klageweges ist erstens natürlich kostspielig und zweitens auch das Auftröseln dieser ganzen Prozesskette für jemanden der nicht tief im Thema drin ist unglaublich kompliziert und auch mit Unsicherheiten behaftet, die viele einfach zurückschrecken lassen da überhaupt diesen Weg einzuschlagen.
00:31:07: Weil am Ende haben viele in der Branche und damit meine ich jetzt nicht nur Kleinarlagenbetreiber, damit meine Ich auch große professionelle Betreiber schlicht untergreifend eine gewisse Unsicherheit ob nicht sie vielleicht auch in der ganzen Meldekette etwas anders oder besser hätten machen müssen.
00:31:28: Und man möchte natürlich nicht Zehntausende Euro für irgendeinen Gerichtsverfahren investieren, um am Ende dann zu lernen dass man halt eben dem Direktvermarkter hätte sagen müssen das er eine Nicht-Verfügbarkeit hätte melden sollen.
00:31:43: aber Diese Aspekte überhaupt erst mal zu durchdringen und so verstehen, ist natürlich für jemanden der das jetzt nicht professionell betreibt noch mal ungleich schwerer als für unsere Kunden die sich mit diesem Thema schon recht gut auseinandergesetzt haben.
00:31:58: Es scheint mir so ein Konstruktionsfehler zu sein.
00:32:00: Der ganze Prozess ist mal entstanden für wenige große Anlagen und jetzt sind es hunderttausende im Prinzip Millionen von Anlagen die theoretisch betroffen sind.
00:32:12: Das ist zu granular und zu kleinteilig im Moment
00:32:16: noch.
00:32:17: Ja, es ist auch prozessual einfach total overingeniert muss man einfach sagen.
00:32:22: Es hat jetzt im letzten Winter kurz vor Weihnachten noch eine Gesetzesnovelle gegeben in der auch der Auszahlungsmechanismus für diese Entschädigungszahlung noch mal komplett geändert wurde.
00:32:34: Einfach weil man sich eingestanden hat, dass der seit dem Jahr zwölf und zwanzig gültige Prozess, wie er ursprünglich einmal gedacht war, nie in der Praxis angekommen ist.
00:32:46: Es war eigentlich so gedacht das mit der Redispatch zwei Punkt Null Einführung ab zum Jahr zweieinundzwanzig die Bilanzkreisverantwortlichen, also die Direktvermarkter von den Netzbetreibern für die abgeregelte Menge auf bilanzieller Ebene ausgeglichen werden hat nie funktioniert.
00:33:09: Hat nie funktioniert!
00:33:10: Fünf Jahre lang hat es einfach nicht geklappt.
00:33:13: Es ist immer wieder von der Bundesnetzagentur mitgeteilt worden, dass es so weiteren Verzögerungen gibt.
00:33:20: Das sind Übergangsmodelle eingeführt worden.
00:33:22: Diese Übergangsmodelle sind dann irgendwann zum gelebten Standard geworden und dieser gelebte Standard hat natürlich auch wieder irgendwelche Individualprozesse ausgetrieben die am Ende des Tages von Betreiber zu Netzbetreiber und Direktvermarkter zu Direkt-Vermarkter unterschiedlich sind.
00:33:42: Und da hat jetzt also den Gesetzgeber im letzten Winter gesagt, das machen wir jetzt nochmal alles ganz anders und hat de facto auch zunächst mal für eine Verschlimmbesserung gesorgt weil die Branche hatte sich jetzt fünf Jahre lang aufgrund eines nicht funktionierenden gesetzlichen Prozesses gerade irgendwie arrangiert und eingerichtet gehabt.
00:34:06: Und die finanzielle Kompensation ist vom Netzbetreiber über den Direktvermarkt an den Anlagenbetreber geflossen, und es sind auch in den entsprechenden Vermarktungsverträge Regelungen dazu vorgesehen worden.
00:34:19: Und dann ist aus heiterem Himmel – die meisten in der Branche hatten das überhaupt nicht auf dem Radar – am XXIII.
00:34:25: Dezember des letzten Jahres eine neue Gesetzgebung in Kraft getreten ohne Übergangsfrist wohlgemerkt.
00:34:33: Ab oder seit da ist es so, dass die Entschädigungszahlung vom Netzbetreiber direkt an den Anlagenbetreber gezahlt wird.
00:34:41: Was aber natürlich ein totaler Logikbruch zu den allermeisten Direktvermarktungsverträgen war weil das dann nie vorgesehen war, dass der Zahlungsfluss so abgewickelt wird.
00:34:51: Und das ist aber ein Grund, warum das Thema jetzt auch in der Branche so viel Visibilität bekommen hat.
00:34:58: Weil plötzlich bekommt man zum ersten Mal vom Netzbetreiber eine Redispatch-Abrechnung die vom Vorzeichen her positiv aber auch negativ sein kann und das ist ein Prozess, der bisher im Hintergrund von den Direktvermarktern mit den Netzbetreibern gemanagt wurde.
00:35:17: Ob gut oder nicht gut, das ist alles dabei was man so in den letzten Jahren gesehen hat.
00:35:24: Aber es ist jedenfalls nicht in der direkten Zuständigkeit und Verantwortung des Anlagenbetrebers gewesen sich mit Entschädigungszahlungen des Netzbetreibers auseinanderzusetzen sondern er hat das quasi durch seinen Direktvermarkter abgewickelt bekommen.
00:35:39: Und jetzt ist es seit Ja neun Monaten, acht Monaten bei den betroffenen Anlagenbetreibern plötzlich in Form einer neuen monatlichen Rechnung oder Gutschrift, die sie bekommen von einem operativen Prozess angelangt und das flankiert mit Redispatch-Vorbehalt.
00:35:58: aus dem aktuellen Gesetzesvorhaben bringt das Thema Redispatched natürlich eine ganz andere Wahrnehmungsstufe als es in der Vergangenheit der Fall
00:36:07: war.
00:36:09: Ich möchte dich da jetzt nicht unterbrechen, aber ich würde gerne nochmal an unserem Beispiel und in unseren Prozess ein bisschen schrittweise weitergehen.
00:36:16: Wenn jetzt sozusagen der Netzbetreiber einfach schalten kann zum Beispiel so eine Anlage und ich mich dagegen zumindest ein bisschen schözen kann indem ich den Eigenverbrauch Anmelde.
00:36:32: Wie läuft das genau?
00:36:33: Also muss ich für jeden Tag sagen, was ich denke, was sich an Eigenverbrauch haben werde.
00:36:38: oder ist es eine Meldung die für immer gilt?
00:36:44: So wie ich es verstanden habe... Nein!
00:36:48: Ich muss die Nicht-Verfügbarkeit anzeigen.
00:36:52: also vom Prinzip her so diesen und jeden Teil meiner Anlage benötige ich für den Eigenverbrach.
00:36:59: der kann nicht abgeregelt werden.
00:37:01: Und von Praktikern habe ich auch zweierlei gehört.
00:37:05: Erstens, diese nicht verfügbarkeit sollte man großzügig kalkulieren muss natürlich plausibel sein aber lieber nach oben abrunden.
00:37:15: und das zweite Das ist ja sicherlich nicht belastbar Aber ich hab wirklich oft gehört bei kleineren Anlagen wenn man so eine Nichtverfügbarheit anzeigt unbedingt schriftlich tun, also es reicht nicht sich darauf zu verlassen dass der Netzbetreiber ja wegen des Messkonzepts und so weiter sowieso weiß das ich Eigenverbrauch benötige sondern das sollte man extra angeben.
00:37:44: Wenn man das aber tut dann ist es wohl wirklich auffallend häufigso.
00:37:48: dann wird die Anlage gar nicht mehr abgeregelt weil das nämlich auch für den Netz Betreiber die Sache komplizierter macht.
00:37:55: Sie müssen nämlich im Prinzip dann eben nicht nur die entgangene Einspeisung, Redispatch für abgeregelte Einspeisen ersetzen sondern auch den entgangenen Eigenverbrauch und da wird es dann unübersichtlich und kompliziert.
00:38:12: Diese Nicht-Verfügbarkeit muss nicht exakt passen also sozusagen auf das was ich täglich brauche, sondern die muss im Prinzip ausreichen um meinen Eigenbedarf zu decken.
00:38:22: Genau, denn das weiß man ja gar nicht vorher auf die Kilowattstunde genau.
00:38:27: Und gibt es da bei den Netzbetreibern Formulare, die ich aushüllen
00:38:30: kann?
00:38:32: An der Stelle muss ich glaube ich passen.
00:38:34: Ich weiß, manche Netzbetrieber haben dazu Handreichungen online nach denen man gehen kann.
00:38:42: Bei anderen Netzbetreibern erfahre ich gar nix
00:38:47: Da leider Gottes ein bisschen differenzieren.
00:38:50: Es gibt diese pauschale Hinterlegung von Regelungsgrenzen, das ist ein einmaliger Prozess der auch auf Plausibilität beim Netzbetreiber kundlich geprüft wird.
00:39:05: Dann gibt es die nicht verfügbarkeitsmeldungen im engeren Sinne.
00:39:10: Die ist auch deshalb wichtig, um den Netzbetreiber anzuzeigen welche Kapazitäten überhaupt für eine Regelungsfähigkeit zur Verfügung stehen.
00:39:19: Um jetzt mal von dem Eigenverbrauchs Beispiel ein bisschen Abstand zu nehmen wenn eine größere Photovoltaikanlage eine Revision oder eine Wartung hat Dann läuft die ja entgegen ihrer ursprünglichen Planung nicht.
00:39:39: Und diese Nicht-Verfügbarkeitsmeldung muss dann über den Direktvermarkter, über den sogenannten EIF an den Netzbetreiber gemeldet werden.
00:39:51: Damit er weiß, die Anlage läuft ja gar nicht!
00:39:54: Dann kann ich sie auch nicht runter regeln.
00:39:57: und dann gibt es noch... eine weitere Meldung, die vom Direktvermarkter ohne Zutun des Anlagenbetreibers an den Netzbetreiber übermittelt werden muss.
00:40:06: Nämlich dann wenn die Anlage marktbedingt drunter geregelt wird also bei einer Anlage unter Paragraf ein und fünfzig fällt.
00:40:15: Und bei den Zeiten mit negativen Preisen an der Stromwürze keine Förderung mehr bekommt, ist es heute sehr viel üblicher als noch früher dass die Direktvermarkter auch konsequent diese Anlagen dann marktbedingt abregeln.
00:40:30: Dann steht sie ja auch nicht für den Netzbetreiber für eine Redispatch Maßnahme zur Verfügung.
00:40:36: Wir haben da durchaus in der Praxis schon Fälle gesehen, in denen ne Anlage doppelt geregelt abgerechnet wird, wenn man so möchte.
00:40:46: Der Direktvermarkter behandelt sie als marktbedingt abgeregelt und der Netzbetreiber tut dann so, als wäre sie auch nochmal durch Redis Patch abgeriegelt worden.
00:40:58: Und das kann unter Umständen zu finanziellen Schäden bei den Anlagenbetreibern führen.
00:41:03: Das ist natürlich ein Prozessfehler... den man versuchen muss quasi aufzutröseln.
00:41:10: Das kann dann daran liegen, dass der Direktvermarkter diese Nicht-Verfügbarkeitsmeldung der dritten Art wie ich sie gerade eben beschrieben habe nicht gemacht hat.
00:41:19: Es kann aber auch daran liegen das der Direkvermarkte die sehr wohlgemacht hat.
00:41:24: Aber der Netzbetreiber die Meldungen halt eben wieder nicht berücksichtigt
00:41:27: hat.
00:41:27: und je nachdem wer da nicht ganz korrekt gehandelt hat ist halt eben auch dann die Frage zu beantworten, wer den Anlagenbetreiber kompensieren sollte bzw.
00:41:42: entschädigen sollte.
00:41:44: und da an diesem einen kleinen Fallbeispiel sieht man halt schon dass der Teufel wirklich im Detail stecken kann.
00:41:51: Ja Und
00:41:53: wenn man jetzt aber trotzdem abgeriegelt wurde Dann hat man Anspruch auf eine Entschädigung.
00:41:59: Wie bekommt der Anlagen Betreiber seine Entschätigung?
00:42:03: Also Jochen hat das gerade eben schon anklingen lassen.
00:42:07: Der Gesetz ist eigentlich so definiert, dass man nicht schlechter gestellt werden soll als wenn man eingespeist hätte.
00:42:14: Praktisch läuft es aber so, dass es einen sogenannten BDEW Mischpreis gibt der für jede Viertelstunde eigenständig ermittelt wird.
00:42:27: Internet veröffentlicht auf dennetztransparenz.de Seite von den vier Betragungsnetzbetreibern, da kann man sich das dann immer für den Vorvor-Monat anschauen.
00:42:37: Dieser BDW Mischpreis ist ein der künstliches Konstrukt, in das zu seventy-fünf Prozent der Intradaypreis eingeht und zu den achtundzwanzigkommar fünf Prozent oder siebentwanzig Komma fünf Prozent restlichen Preisgewicht.
00:42:54: Der Ausgleichsenergiepreisein geht kann vom Vorzeichen positiv oder negativ sein Und dieser BDEW Mischpreis wird dann für die nicht eingespeiste Energiemenge die wieder nach unterschiedlichen Berechnungsmethoden ermittelt werden kann vom Netzbetreiber an den Anlagenbetreber ausbezahlt, wenn das Vorzeichen positiv ist beim Preis.
00:43:19: Es kann aber auch genau umgekehrt sein dass der Anlagbetreibere dann eine Rechnung bekommt und er dem Netz Betreiber für die Abregelungen noch was zahlen soll.
00:43:28: Das passt nicht zusammen!
00:43:37: Die Anlage abgeriegelt wird, wenn sowieso negative Preise sind?
00:43:41: Ja da gibt es schon einen gewissen Zusammenhang aber man kann's nicht pauschal sagen.
00:43:46: Der Spotpreis findet keinen Eingang in diesen BDW-Mischpreis sondern erst die Preise die sich danach im kontinuierlichen Intradayhandel bilden.
00:43:59: und deshalb gibt es zwar Eine Häufung von negativen BDW-Mischpreisen in Viertelstunden, in denen auch der Spotpreis schon negativ war.
00:44:10: Aber es ist nicht eins zu eins quasi zusammen angetan.
00:44:14: Okay dann total unfair wenn die Anlage abgeriegelt wird und man dann auch noch was dafür bezahlen muss?
00:44:22: Kommt aber vor.
00:44:24: Total!
00:44:29: Da kommt es natürlich dann auch auf den jeweilig gültigen EEG-Ramen an, der für die Anlage gilt.
00:44:37: Bei älteren Anlagen, die in jedem Fall eine Vergütung bekommen staatlich garantiert bei negativen Börsenpreisen Da ist es natürlich eine massive schlechter Stellung.
00:44:49: Bei Anlagen, die bei Negativpreisen sowieso schon einen Anreiz zur Nicht-Einspeisungen und Abregelungen haben entsteht der Schaden dann insbesondere wenn das halt eben zu einer prozessualen Doppelzählung kommt weil Dann bekommt man zuerst kein Geld vom Direktvermarkt ab, weil der halt eben richtigerweise bei negativen Preisen abgeregelt hat.
00:45:11: Und wenn dann aber der Netzbetreiber noch so tut als wäre eine Redispatch-Maßnahme in dem Zeitraum gewesen zum negativer BDW bespreist und wird auch noch bestraft indem er eine Rechnung bekommt.
00:45:22: Das sind die Fälle, die auch bei größeren Anlagen aktuell aufpoppen für massive finanzielle Schäden eben sorgen und das kann so nicht
00:45:37: bleiben.
00:45:38: Und da könnt ihr aber den Anlagenbetreibern
00:45:40: helfen?
00:45:42: Ja, auf jeden Fall!
00:45:43: Das ist quasi unsere Kernaufgabe da Transparenz reinzubringen.
00:45:48: also wenn man eine sogenannte Ausfallarbeitszeitreihe sieht sprich die Energiemenge in einer Viertelstunde hätte eingespeist werden können, aber abgeriegelt wurde.
00:46:01: Und die Auswahlarbeitszeitreites direkt vermarktet und das Netzbetreibers in Summe deutlich mehr ergeben als die Anlage überhaupt produzieren kann, dann ist schon mal klar da stimmt irgendwas nicht, da wird fast doppelt gezählt.
00:46:16: Dann muss man losgehen.
00:46:20: Irgendeiner hat hier einen Fehler gemacht, entweder ist das was der Direktvermarkter hier abrechnet nicht korrekt oder dass was der Netzbetreiber abrechnet, nicht korrect.
00:46:29: Aber es kann nicht beides gleichzeitig
00:46:30: stimmen.".
00:46:32: Und würde man jetzt auch höhere Entschädigung bekommen wenn der Eigenverbrauch abgeriegelt wird?
00:46:38: Das ist gesetzlich so vorgesehen, richtig.
00:46:42: Weil hier geht es ja nicht nur um den vergangenen Vermarktungserlös sondern hier geht das eben auch um die vermiedenen Netzbezugskosten und sie können zum Teil natürlich deutlich über dem liegen was man für eine eingespeiste Kilowattstunde bekommen hätte.
00:47:00: sprich der Schaden kann hier noch mal viel viel höher sein, der durch eine Abregelung entsteht.
00:47:05: Und deshalb sind es auch besonders sensible Fälle, wo man also wenn das regelmäßig und in großem Ausmaße vorkommt definitiv eine Klärung mit dem Netzbetreiber gehen muss.
00:47:17: Dass entweder die Anlage zukünftig nicht mehr in solchen Situationen geregelt wird oder dass zumindest die Entschädigungszahlungen in angemessener Höhe erfolgt.
00:47:27: Es sind aber auch ganz viele Fälle Was dadurch die Presse ging, was ja wirklich für Aufruhr auch gesorgt hat.
00:47:35: Das waren ja... ...die Fünfzig KW-Anlage auf dem Dach einer Bäckerei oder eines Handwerksbetriebs.
00:47:44: Das heißt also Anlagen, die in aller Regel gar keinen Direktvermarkter haben.
00:47:50: Keinen Dienstleister der sich um all das kümmert, der das alles im Blick behält.
00:47:55: und auch Anlagen wenn ich jetzt mal ein bisschen oltschnittartig sage denen ist die Entgangene Einspeisung, die interessiert ihn nur am Rande.
00:48:04: Sondern sie sind wirklich die Leiden unter dem nicht stattgefundenen Eigenverbrauch weil die Anlage eben nicht am Einspeisepunkt abgeregelt wird sondern weil der Wechselrichter abgeregt wird und sie ihren Batteriespeicher nicht mehr laden kann und Strom aus dem Netz beziehen müssen.
00:48:22: Und ich weiß nicht wie du das siehst Matthias aber Ich habe den Eindruck für diese Anlagen vom Gesamtvolumen her gar nicht so gigantisch sind, aber wann denen es eben sehr viele gibt.
00:48:36: Da muss einfach ein vernünftiger, ein einfacherer Prozess her am besten eigentlich eine Lösung bei der alle Netzbetreiber sagen wir regeln die Einspeiseleistung ab.
00:48:47: das ist ja technisch möglich es ist ja umsetzbar.
00:48:50: Ja also dem würde ich zustimmen.
00:48:55: Ich kann jetzt natürlich aus professioneller Perspektive ein bisschen sagen, ja es gibt genügend Probleme auch bei den großen Anlagen und da ist der in Summe finanzielle Schaden wahrscheinlich noch viel größer weil die Anlagen halt eben auch sehr stark betroffen sind.
00:49:14: Auch im Zusammenhang mit der Direktvermarktungspflicht für Klein- und Kleinstanlagen ist das quasi ein Thema, was da hundertprozentig mit rein spielt.
00:49:21: Also wie kann man eine Pflicht für die Direkt Vermarktung von Kleinstaanlagen erlassen?
00:49:27: Und gleichzeitig die prozessualen Voraussetzungen für Meldeprozesse und Ähnliches einfach gleichzeitig nicht irgendwie vorhalten?
00:49:33: Und wenn man das Thema Direktvermarktung für Kleinarlagen einführt, dann sollte man in diesem Zuge auch gleich diesen Redispatch-Kommunikationsabrechnungs und Entschädigungsprozess versuchen mitzuvereinheitlichen.
00:49:48: Und zwar nicht nur je Netzbetreiber zu vereinheitlichen sondern bundesweit zu vereinheitlich.
00:49:55: Das ist ja die große Problematik für Dienstleister, die eben auch als Geschäftsmodell versuchen in den Markt zu bringen, dass du am Ende halt eben nicht eine Lösung für ein Problem brauchst.
00:50:08: Sondern am Ende vielleicht bei hundert Netzbetreibern achthundert verschiedene Lösungen.
00:50:13: und das ist also ich bin da eigentlich ein großer Freund von der Innovationskraft des Marktes.
00:50:20: aber wenn der Markt am ende halt eben ein kleines Verteilnetzgebiet ist und dafür braucht man dann wieder eine Individuallösung dann sind das halt keine guten ordnungspolitischen Voraussetzungen, um den Markt auch seine Innovationskraft entfalten zu lassen.
00:50:36: Und deshalb ist meiner Meinung nach da schon eine Leitblankensetzung für alle Netzbetreiber erforderlich und nicht statthaft, dass das quasi einfach an die Netzbetriebe delegiert wird so nach dem Motto schaut mal, dass ihr quasi ein für euch passenden Prozess findet.
00:50:56: Und auch für die Netzbetreiber kann das keine gute Lösung sein, weil die Netz Betreiber fühlen sich ja auch zum Teil massiv allein gelassen und überfordert, überlastet.
00:51:05: Nicht weil sie es nicht können sondern weil sie auch einfach in der schieren Flut an Themen irgendwo absaufen.
00:51:11: und deshalb bin ich ja hundertprozentig bei dir da braucht es die kleinen Anlagen nochmal einfacher Prozesse, weil die Prozisse wie sie heute existieren funktionieren selbst für die großen Anlagen schon nicht.
00:51:28: Jetzt sind wir schon so ein bisschen in Richtung Ordnungspolitik-Gesetzgebung gegangen.
00:51:33: Seht ihr denn das jetzt in den EG entwürfen oder im Netzpaket schon Ansätze für solche Regelungen vorhanden sind?
00:51:42: Oder ist da noch nichts entschieden?
00:51:46: Also meines Erachtens nach ist das Thema Redispatch sehr prominent in den Gesetzesvorhaben zu erkennen.
00:51:53: Allerdings jetzt nicht unbedingt mit der klaren Zielsetzung die Sache zu vereinfachen, sondern erst mal ist es ein Faktor, der zur weiteren Unsicherheit beiträgt.
00:52:08: Das Thema Redis Patch Vorbehalt Knackpunkt des Netzpakets, was durch das Kabinett bereits beschlossen wurde.
00:52:18: Aber noch nicht durch das parlamentarische Verfahren durch ist und wenn ich es richtig sehe wird es aktuell auch von der SPD nach wie vor stark kritisiert und deshalb kann es gut sein und ich hoffe es ehrlich gesagt auch für unsere Branche und Deutschland insgesamt dass das quasi nochmal geändert wird.
00:52:41: Aber der Redis Patch Vorbehalt ist ein zentraler Bestandteil des aktuellen Kabinettsbeschlusses, der dafür sorgen wird dass in Gebieten oder dafür sorgen soll das in Gebietenden denen schon relativ viel Redispatch Maßnahmen stattfinden und Erzeugungsmenge abgeregelt werden muss für die Dauer von sechs.
00:53:06: gegebenenfalls er weiterbar auf siebeneinhalb Jahre keine Entschädigungszahlung für Abregelungen mehr ausbezahlt werden sollen.
00:53:16: Und das ist natürlich ein weiterer Unsicherheitsfaktor, der in die Wirtschaftlichkeitskalkulation für jede Anlage irgendwie Eingang finden wird und eher dazu führen wird dass weniger als mehr dazu gebaut wird.
00:53:30: Die Idee Netz Leistungsfähigkeit und erneuerbaren Ausbau besser in Einklang zu bringen, finde ich grundsätzlich als Kehrni die super unterstützenswert.
00:53:43: Ich denke nur dass man halt wie mehr an der Netzseite anpacken sollte und weniger auf der Erzeugung seite.
00:53:48: Ja ganz genau das bringt es voll auf den Punkt würde ich sagen.
00:53:53: Es
00:53:54: sind keine prozessualen Erleichterungen jetzt vorgezeichnet.
00:53:57: Das ist auch häufig so, dass das in den Gesetzen gar nicht im Detail ausbuchstabiert wird wie diese Prozesse dann abzulaufen haben sondern das passiert dann oftmals in Festlegungsverfahren durch die Bundesnetzagentur.
00:54:11: Wie gesagt wir sind jetzt fünf Jahre lang im Redis Patch zwei Punkt Null in der Branchenlösung gefahren, die überhaupt nicht gesetzlich verankert war.
00:54:19: Das ist einfach geduldet worden durch die BNSA moderiert worden weil man eben anerkannt hat dass das was der Gesetzgeber sich ursprünglich mal ausgedacht hat schlicht und ergreifend in der Praxis nicht funktioniert.
00:54:31: und da kann ich im Moment in den Gesetzgebungsverfahren auch nicht erkennen, dass man versucht hat prozessual Vereinfachungen herbeizuführen, die jetzt zum Beispiel für kleine Anlagen eine Erleichterung bringen.
00:54:45: Wenn ich das aber richtig gesehen habe, dann sind ja diese entschädigungsfreien Abreglungen auf zwanzig Prozent begrenzt.
00:54:53: Was?
00:54:53: Auf zwanzisch Prozent von was muss man fragen?
00:54:58: Ja, also achtzehn bis zwanzich Prozent der theoretischen Einspeise, das theoretische Einspeisepotenzial seiner Anlage, aber die konkrete Definition wie diese Menge dann ermittelt werden soll, ist also meines Erachtens nach gesetzlich nicht definiert und
00:55:23: auch
00:55:25: basierend auf meiner praktischen Erfahrung sicherlich in Zukunft ein potenzieller Zangapfel.
00:55:33: Wie gesagt, es gibt unterschiedliche Methoden zur Bestimmung der sogenannten Ausfallarbeit.
00:55:39: Es gibt das Pauschalverfahren und das Spitzleid- und Spitzverfahren.
00:55:45: Und wenn man diese drei Verfahren parallel auf eine und dieselbe Anlage und eine und die selbe Maßnahme anwendet kommt da deutlich unterschiedliche Energiemengen raus.
00:55:56: Das Pauschalfahrfahren soll natürlich zu einer prozessualen Vereinfachung führen und das deshalb auch überhaupt eingeführt worden, aber es reflektiert jetzt nicht unbedingt die konkret erfasste Energiemenge oder die konkret mögliche Energiemengen, die eingespeist werden könnte.
00:56:15: Aber es gibt hier nicht eine richtige Menge sondern es gibt halt eben Mengen die nach verschiedenen Methoden alle richtig sind wenn man die Gründe, weshalb diese Methoden erfunden worden sind, plausibel sein können.
00:56:35: Aber da wird die Diskussion losgehen.
00:56:37: Erst sind jetzt die zwanzig Prozent erreicht oder sind wir erst bei fünfzehn Prozent?
00:56:43: Der eine sagt dann ja nach meinem Verfahren sind wir bei zwanzich Prozent und der andere sagt ja nach einem Verfahren aber nicht!
00:56:50: Ich sehe im Moment nicht dass das schon gesetzlich geregelt wäre Und es ist aber natürlich für einen Anlagenbetreiber, den die Investitionsentscheidung zu treffen hat in der späteren Praxis ein hoch relevanter Aspekt.
00:57:04: Also kann man in den betroffenen Regionen
00:57:06: noch bauen?
00:57:09: Das ist eine schwierige Frage.
00:57:11: also ich denke ja sag du mal Jochen
00:57:18: Ja, ich wollte nur sagen Investitionssicherheit die ja immer als oberstes Ziel der Wirtschaftspolitik gelten sollte sieht anders aus so soweit ich das durchschaut habe.
00:57:31: Zumal dieser Redispatch Vorbehaltsminister wie er ursprünglich mal gedacht war auch dazu hätte führen können dass ich eine große Anlage schon in Planung quasi im Bau habe und dann erfahre, mein Netzgebiet wird jetzt aber unter Vorbehalt gestellt.
00:57:48: Und dann habe ich ja vollkommen andere Bedingungen.
00:57:52: ob man jetzt noch Anlagen, größere Anlagen in so einem Gebiet bauen kann oder nicht?
00:58:00: Das müssen wir, Matthias das müssen deine Kunden entscheiden.
00:58:05: Ich
00:58:05: weiß nicht wie da die Stimmung aussieht bei denen.
00:58:07: Die
00:58:07: Stimmung ist natürlich miserabel was das Thema anbetrifft.
00:58:11: Ich denke, es ist richtig und wichtig diese Differenzierung zu machen die du auch gerade eben hast anklängen lassen.
00:58:18: Für kleine Anlagen wo die Planungshorizonte und die Planungsaufwendungen deutlich geringer sind als bei großen Anlagen wird es nicht so viel Erschütterung in der Planungssicherheit geben weil die Netzbetreiber wären wenn das Gesetz zu, wie es jetzt eben im Kabinett beschlossen wurde auch in Kraft treten würde.
00:58:38: Dazu angehalten monatlich aktualisiert auszuweisen ob ihr Netzgebiet denn entsprechend limitiert ist oder nicht.
00:58:49: und auf Basis einer solchen Auskunft kann man glaube ich schon eine Kleinanlage dann unter relativer Planungssicherheit errichten und betreiben.
00:58:59: Bei großen Anlagen, wo zum Teil ja zwischen initialer Planung, Flächensicherung und ähnlichen in Betriebnahme drei Jahre vergehen können sieht die Sache anders aus.
00:59:10: Da ist eine deutlich größere Planungsutsicherheit drin.
00:59:13: Und es ist klar, die Erlösseite wird komplizierter
00:59:17: und unsicherer
00:59:18: und in den betroffenen Gebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit eben auch geringer, sprich weniger Einnahmen Und ob das dann noch hinreichend wirtschaftlich ist, eine solche Anlage in Betrieb zu nehmen wird sich auch ein Stück weit auf der Kostenseite dann entscheiden.
00:59:35: Das finde ich ziemlich schwer zu prognostizieren wie sich jetzt die entsprechenden Hardwarekosten, die Installationskosten und Ähnliches entwinden werden.
00:59:44: aber es wird auf jeden Fall erst mal einen Schock für die Branche sein der eine Adaptionsphase benötigen wird und ob man sich von diesem Schock dann erholt, die Branche selbst kreative Lösungswege findet und aus dem Loch wieder rausgekrabbelt kommt oder ob der Schock zu einem dauerhaften Einbruch und Absenken der Zubauzahlen führen wird.
01:00:09: Das finde ich extrem schwer zum Prognostizieren.
01:00:12: das wird die Zukunft zeigen müssen.
01:00:15: Aber angenommen, man könnte sich jetzt mit seinem Netzbetreiber darauf einigen, dass nur die Einspeisung abgeregelt wird.
01:00:22: Und man würde jetzt wie viele das schon machen, die Fotovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher kombinieren.
01:00:31: Aus deiner Erfahrung – Wie lange sind diese Redispatch-Massnahmen?
01:00:35: Kann man mit nem Batteriesspeicher und einer üblichen Größe Redispatcher umschöpfen?
01:00:44: Pauschal lässt sich es auch nicht beantworten, aber es kann ohne weiteres sein dass eine Redispatch-Maßnahme bei einer Photovoltaikanlage von zehn Uhr morgens bis sechzehn Uhr nachmittags anliegt.
01:00:56: Also sechs Stunden am Stück und dann in der Zeit in der auch am meisten Produktion aus der Anlage zu erwarten ist.
01:01:03: Und das ist jetzt erst mal...
01:01:06: Ich habe auch schon von Fällen von neun Uhr morgens bis elf Uhr abends gehört wo man nicht...
01:01:14: Also auch das ist sicherlich irgendwie im Einzelfall möglich und denkbar.
01:01:20: Mit aktuellen üblichen Speicherdimensionierungen wird man diese Menge nicht zwischengepuffert kriegen
01:01:31: Und der Markt muss ja auch mit anderen Dingen kämpfen, mit negativen Marktpreisen.
01:01:37: Mit dem Stromspitzengesetz das die Einspeisung nicht mehr vergütet wenn der Strom negativ ist und wenn jetzt noch die Gefahr dazu kommt dass zwanzig Prozent entschädigungslos abgeriegelt werden können dann ist es natürlich schon eine ziemlich schlechte Nachricht würde ich denken oder?
01:01:58: Ja definitiv, aber die Richtungen die du vorhin gezeigt hast Cornelia ist natürlich die die auch von der Branche verstanden und mitgetragen werden würde.
01:02:09: Nämlich negiert ja keiner dass wir auch darauf achten müssen das die Netze nicht unnötig ausgebaut werden müssen für die letzte Kilowattschunde.
01:02:22: Deshalb gibt es ja diese Flexibilitätsinitiativen, deshalb gibt es auch Vorschläge aus der Branche.
01:02:28: Auch wir als Not-Energie haben einen gemacht was man alternativ zum Redis Patch Vorbehalt machen könnte also eine starke Technologie hybridisierende Überbauung von bestehenden Netzverknüpfungspunkten dass man eine Photovoltaikanlage mit einem Netzverknüpfungspunkt einer Windkraftanlage kombiniert.
01:02:46: Die haben sehr geringe Gleichzeitigkeitsfaktoren, es ist ganz selten mal der Fall das eine PV-Anlage zum gleichen Zeitpunkt voll ballert wie eine Windkraft Anlage.
01:02:56: Die verhandene Netzinfrastruktur könnte man über solche Hybridisierungs- und Flexibilisierungskonzepte natürlich viel besser ausnutzen, das müsste kein Metacupfer neu verlegt werden.
01:03:07: Das ist aber im aktuellen Gesetzentwurf nicht wirklich erkennbar.
01:03:11: dass solche Konzepte auch als Alternative zum Redispatchvorbehalt gefördert werden sollen da setze ich im Moment jetzt noch auf das parlamentarische Verfahren und es wäre natürlich auch ein Ansatz zu sagen, es wird nicht die Erzeugung sondern es wird die Einspeisungen geregelt.
01:03:28: Und dann hätte man denselben Effekt was dann quasi der ProSumer hinter dem letzten Verknüpfungspunkt behind the meter mit seiner erzeugten Energie macht.
01:03:37: soll er doch mal gucken ob er das ins Elektroauto in den Batteriespeicher in die Wärmepumpe oder wo auch immer quasi rein steckt Solange ihr das Netz nicht belastet, soll er doch die Freiheit haben.
01:03:50: Genau.
01:03:50: Das ist glaube ich das Wichtigste, dass man den Leuten, die sich die Futter-Anlage angeschafft haben um damit wirklich selber Strom zu erzeugen für sich selbst ohne das Netz überhaupt zu benutzen auch weiterhin die Möglichkeit gibt es zu tun.
01:04:04: Ja!
01:04:05: Ich würde dann abschließen hier.
01:04:08: Es sei denn Ihr habt noch wichtige Punkte, die unbedingt noch vermitteln wollt?
01:04:15: Ich würde vielleicht Abschließende einfach noch sagen Der Trend, dass die Situation im Netz und die Situation am Strommarkt für Betreiber von Photovoltaikanlagen immer wichtiger wird.
01:04:32: Der wird sich fortsetzen ganz egal wie im Detail jetzt die Gesetze ausgeschaltet sind Und es wird anstrengender werden zu verstehen welche Faktoren auf die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltageanlage wirken.
01:04:48: Darauf muss man sich einstellen und das ist für professionelle Anlagenbetreiber, die es als Kerngeschäft machen.
01:04:56: Die ZIG-Anlagen bauen, projektieren und auch ihr Portfolio erweitern wollen natürlich eine noch mal viel wichtigere Angelegenheit als für Privatpersonen, die in der Einzelanlage investieren wollen.
01:05:08: aber die Richtung ist vorgezeichnet.
01:05:14: Deshalb kann ich jedem quasi nur empfehlen, wenn er an diesem Thema interessiert ist auch sich da schlau zu machen um nicht unkluge Entscheidungen zu treffen.
01:05:28: Ist vielleicht keine Happy Message zum Schluss aber ich glaube eine realistische Einschätzung wo der Trend hingeht wird.
01:05:37: Okay
01:05:38: schönes Schlusswort vielen lieben Dank.
01:05:40: Das war Matthias Kager, er ist Geschäftsführer von NotEnergy und Jochen Siemer.
01:05:45: Viel wie mehr gesehen!
01:05:47: Genauer mit dem Thema Deridespatch oder auch mit anderen Themen rund um die Regelung von Fotovoltaikanlagen, mit Direktvermarktung oder dem Stromspitzengesetz beschäftigen möchten.
01:05:56: Dann kann ich Ihnen natürlich unser vierteljährlich erscheinendes Magazin empfehlen!
01:06:01: Bei einem Abonnement können Sie nicht nur auf das gesamte Magazinarchiv zugreifen – sie können neuerdings auch unsere kostenpflichtigend PV-Plus Artikel auf der Webseite lesen.
01:06:12: und als Podcast-Hörer erhalten Sie einen zehnprozentigen Rabatt auf Ihr Abo Code podcast ten, also Podcast one-null.
01:06:21: In der letzten Ausgabe da hatten wir ja wie gesagt einen Schwerpunkt zum Thema und ein Interview auch mit Matthias Kager.
01:06:28: Gemeinsam mit NotEnergy haben wir bereits Webinare durchgeführt die sie kostenfrei in unserem Archiv anschauen können.
01:06:34: Zum Beispiel ging es am Das ist das Thema der Reedispatch-Entschädigungen.
01:06:40: Also unbedingt mal auf unserer Webseite vorbeischauen unter www.pv-magasin.de Und natürlich am besten gleich den Newsletter abonnieren, dann verpassen Sie auch künftige Webinarer nicht!
01:06:54: Ansonsten hinterlassen sie uns gerne ein Like oder einen Kommentar Oder schreiben Sie eine E-Mail an podcastatpv minus magazine.com.
01:07:02: Dann bedanke ich mich fürs Zuhören.
01:07:03: Vielen Dank an euch beide und bis zum nächsten
01:07:06: Mal.
01:07:06: Danke schön Cornelia, danke Jochen.
01:07:08: Hat Spaß gemacht!
01:07:09: Bis dann!
01:07:10: Ganz
01:07:10: meinerseits.